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Versteinerte Pflanzen

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Deutschland, Nordwestsachsen, Kohrener Land

Pflanzenfossilien des Unterrotliegenden

Die Burg Gnandstein als Wahrzeichen der Region
Aus dem Gebiet um Rochlitz, Kohren-Sahlis und Frohburg im Nordwesten von Sachsen, sind seit einigen Jahrhunderten Funde permineralisierter Pflanzen bekannt. Geologisch gehört die Region zum Nordsächsischen Vulkanitkomplex, neben der Erzgebirgischen Senke, ein weiteres Verbreitungsgebiet unterpermischer Vulkanite und Sedimente. Rotliegendes folgt im Nordsächsischen Vulkanitkomplex diskordant über Gesteinen des Variszischen Grundgebirges. Funde von Pflanzenfossilien sind aus dem Rüdigsdorfer, Lastauer und dem Rochlitzer Tuff bekannt. Auch die Brandschiefer von Saalhausen lieferten in der Vergangenheit Pflanzenfossilien.

System Serie Stufe Alter  
Trias Untertrias Indusium 249 - 251 Zechstein
Perm Lopingium Changhsingium 251 - 254
Wuchiapingium 254 - 260
Guadalupium Capitanium 260 - 266  
Wordium 266 - 268  
Roadium 268 - 271 Ober-Rotliegendes
Cisuralium Kungurium 271 - 276  
Artinskium 276 - 284  
Sakmarium 284 - 295 Unter-Rotliegendes
Asselium 295 - 299
Karbon Oberkarbon Gzhelium 299 - 304  

Kieselhölzer und pflanzenführende Silizite

Handstück des hellen Rüdigsdorfer Tuffes
Der Rüdigsdorfer Tuff wurde bereits vor einigen 100 Jahren am Fuße des Lenkersberges östlich Rüdigsdorf abgebaut und als Baustoff in der Region verwendet. Das Gebiet der alten Tuffbrüche ist heute von Buchen bewachsen, die Brüche selbst sind kaum noch als solche zu erkennen.

Im Bachbett der Maus östlich von Rüdigsdorf lassen sich noch heute Funde von Kieselhölzern und pflanzenführenden Siliziten (sogenannte "Kieseltorfe") machen. Besonders lohnend ist die Suche nach dem Abfluss der Schmelzwässer im Frühjahr. In den fein laminierten Siliziten sind Stigmarien und selten Teile des Luftwurzelmantels von Psaronien enthalten. Das Gebiet steht unter Naturschutz, so dass jegliches Graben untersagt ist.

Bachbett der Maus bei Rüdigsdorf Laminierter Silizit von Rüdigsdorf Detail des Silizites von Rüdigsdorf

Dass seit Jahrhunderten Funde silifizierter Pflanzenfossilien in der Region gemacht werden, belegen Kieselholzstämme beachtlicher Ausmaße, die an vielen Orten aufgestellt wurden, so z.B. am Fuße der Burg Gnandstein, in Rüdigsdorf oder in Kohren-Sahlis. Das unten gezeigte Exemplar eines Stammes vom Dadoxylon-Typ am Fuß der Burg in Gandstein besitzt einen Durchmesser von über 1 m, obwohl es sich nicht um den kompletten Querschnitt handelt.

Kieselholzstamm in Kohren-Sahlis Kieselholzstamm an der Burg in Gnandstein

Gnandsteiner "Bandjaspis"

Über die Region hinaus bekannt ist der sogenannte "Gnandsteiner Bandjaspis", bei dem es sich um einen eingekieselten, sehr feinkörnigen, grau-rötlichbraun laminierten Tuff handelt. Dieser kann an einer Stelle im "Streitwald" bei Gnandstein gefunden werden. Dieser "Bandjaspis" wurde vor 1989 zeitweise sogar als Schmuckstein gewonnen. Der gesamte Streitwald steht unter Naturschutz, so dass Graben verboten ist! Es lassen sich jedoch noch genügend Belegstücke des "Bandjaspis" auf dem Waldboden ohne zu graben auflesen.

Die Fundstelle für den "Bandjaspis" "Bandjaspis"-Fundstücke "Bandjaspis"

Pflanzenführende Silizite im Streitwald

Im Streitwald befindet sich in einem kleinen Tal eine Fundstelle für pflanzenführende Silizite. Graue bis schwarze Tonschiefer mit gering mächtigen Kohlelagen sind hier verkieselt. Im Querschnitt sind in den kieseligen Lagen zahlreiche Pflanzenachsen zu erkennen. Auf den Schichtflächen finden sich z.B. Farnfiederchen und Reste von Calamitenbeblätterungen.

Schichtfläche eines Silizit aus dem Streitwald Querschnitt eines Silizites

Kiesgruben mit reichen Fossilfunden

Aus der Kiesgrube Nobitz, östlich von Altenburg, stammen zahlreiche, hervorragende Funde von Gymnospermen-Kieselhölzern, von Psaronien, Calamiten und pflanzenführenden Siliziten. Beim Kiesabbau (Pleiße-Kiese) sind die größeren Brocken, zumeist Silizite, separat aufgehaldet und dann von Sammlern aus der Gegend gesichtet worden. Fundmöglichkeiten bestehen weiterhin u.a. in den Kiesgruben Penna bei Rochlitz und Sermuth bei Colditz, die Kiese der Zwickauer Mulde gewinnen. Das Betreten der Kiesgruben ist nur nach vorheriger Anmeldung gestattet!

Gymnospermen-Holz Farbiges Kieselholz Dadoxylon sp. Kieselholz vom Dadoxylon-Typ

Im Mauritianum, dem Naturkundemuseum Altenburg, widtmete sich im Jahr 2008 eine Ausstellung den Funden von Pflanzenfossilien aus der Region. Zu sehen waren z.B. ausgezeichnete, farbig mineralisierte Kieselhölzer aus der Kiesgrube Nobitz und Feldfunde von Kohren-Sahlis, Dippelsdorf und Rüdigsdorf.

Gymnospermen-Kieselhölzer; Feldfunde um Kohren-Sahlis Psaronius sp. aus der Kiesgrube Nobitz

Pflanzenführende Silizite bei Leisnig

Aus der Gegend von Leisnig sind seit einigen Jahren hell- bis dunkelgraue, pflanzenführende Silizite bekannt. Diese enthalten Pflanzenachsen, Stromatolithen und selten Stromatolithen-inkrustierte Pflanzenreste. Die Schichtflächen der Silizite sind z.T. massenhaft mit Fiedern und Wedelteilen des Scolecopteris-Typs bedeckt.

Schichtfläche eines Silizit-Brockens mit Fiedern und Wedelteilen des Scolecopteris-Typs

Weitere Informationen zu den Funden pflanzenführender Silizite aus dem Kohrener Land finden sich auf www.kieseltorf.de.

 

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