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Deutschland, Thüringen, Ilfelder Becken
Fundregion
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| Ackerfläche mit Fund- chancen bei Appenrode |
Im Südharz, in der Nähe des Städtchens Ilfeld, befinden sich mehrere kleine Vorkommen von Kieselhölzern. In den letzten Jahren wurden Funde besonders in der Umgebung des Ortes Appenrode gemacht. Es handelt sich ausschließlich um Funde auf Feldern, seltener in Bachläufen oder Baugruben.
Kieselhölzer
Die Kieselhölzer sind sämtlichst umgelagert und entstammen wahrscheinlich tertiären Schotterterrassen. Größere Stücke und komplette Kieselhölzer sind sehr selten zu finden. Splitter, Bruchstücke und Teile kleinerer Äste/Stämme findet man bei beharrlicher Suche öfter.
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| Gymnospermenholz mit typisch roter Farbe |
Fast alle Kieselholzstücke zeigen Anzeichen von Umlagerungen. Sie sind mehr oder weniger stark abgerollt, kantengerundet oder an Oberflächen geglättet. Selbst Bruchstücke zeigen diese Umlagerungserscheinungen. An weniger abgerollten Stücken findet sich hellbrauner bis hellrötlicher Tuff anhaftend. Die Vermutung liegt also nahe, dass die Kieselhölzer primär Tuffen des Rotliegenden entstammen.
Die Farben der Kieselhölzer sind meist ein kräftiges Rot, seltener braun, gelb oder blaugrau. Die Mehrzahl der gefundenen, kompletten Querschnitte besitzen Durchmesser von 2-5 cm, bis 10 cm sind sehr selten. Der Durchmesser eines 2007 gefundenen, kompletten, fast kreisrunden Kieselholzes ist mit rund 20 cm die absolute Ausnahme.
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| Querschnitte von Gymnospermenhölzern (Durchmesser zwischen 2 und 7 cm) |
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| Querschnitt einer Medullosa sp. |
Über 90% der Kieselhölzer sind Gymnospermenhölzer, sehr selten sind Calamiten. Von Medullosen sind meines Wissens erst 2 Fundstücke bekannt geworden.
Die Zellerhaltung ist gut bis mäßig und kann innerhalb eines Querschnittes erheblich variieren. Kräftig rot gefärbte Bereiche zeigen sehr gute Zellerhaltung. Graue bis braune Zonen sind dagegen häufig umkristallisiert. Auch achatisierte Bereiche kommen vor. Xylem ist in diesen Zonen nicht mehr zu erkennen.
Steinkohlen von Ilfeld-Netzkater
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| Annularia stellata (Calamiten-Beblätterung) |
Wenige Kilometer nördlich, bei Ilfeld-Netzkater, wurden im Rabensteiner Stollen geringmächtige Steinkohlen des Unterrotliegenden (Untere Ilfelder Schichten, Flöz-Folge ru2) zwischen 1737 und 1949 mit Unterbrechungen abgebaut. In einer rund 2 m mächtigen Tonschieferfolge sind 3 Steinkohlenflöze in einer Mächtigkeit von je 30 bis 40 cm entwickelt. Auf einer kleinen Halde am Rabensteiner Stollen lassen sich auch heute noch, rund 60 Jahre nach Ende des Abbaus, schöne Pflanzenfossilien in den dunkelgrauen Tonschiefern finden.
Kieselkohlen und Kieseltorfe
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| Kieseltorf, stark laminiert |
Wenige Kilometer westlich vom Rabensteiner Stollen, finden sich im sehr unwegsamen Gelände ausstreichende, ebenfalls gering mächtige Steinkohlenflöze, die ganz lokal verkieselt sein können. Kieseltorfe (verkieselte Tonschieferlagen) sind hier reich an Pflanzenresten. In den rotbraun/schwarz laminierten Kieseltorfen im Liegenden der Steinkohlenflözchen finden sich häufig Querschnitte von Stigmarien (Wurzeln von Lepidophyten). Im Hangenden der Flözchen bzw. in tonigen Zwischenmitteln sind in den Kieseltorfen Pflanzenachsen und Farnfiederchen zu erkennen.
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