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Versteinerte Pflanzen

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Griechenland, Insel Lesvos

Fundregion

Karge, von vulkanischer Aktivität geprägte Landschaft im Westteil der Insel Lesvos
Die Insel Lesvos in der östlichen Ägäis ist die drittgrößte griechische Insel mit einer Fläche von rund 1.630 km².

Im westlichen Teil der Insel, in der Region von Sigri, Eressos und Antissa und auf der vor Sigri gelegenen Insel Megalonissi finden sich an mehreren Stellen Kieselhölzer in größerer Anzahl im unwegsamen Gelände und auch im unmittelbaren Brandungsbereich der Küste.

Der Petrified Forest Nationalpark von Sigri ist zu erreichen, indem man von Antissa die stark gewundene Straße westwärts fahrt, am markanten Kloster(Berg) Ypsilon vorbei. Wenige 100 m nach 9 Stück weithin sichtbaren Windkraftanlagen biegt man nach links in die Straße (Sackgasse) zum Nationalpark ab.

Mineralisierte Stämme in Wuchsposition

Vor 20 Mill. Jahren gab es starke vulkanische Aktivitäten im Bereich des Nordägäischen Meeres. Die Vulkane warfen riesige Mengen an pyroklastischem Material (vulkanische Aschen, Tuffe) aus. Pyroklastische Wolken und Schlammströme zogen bzw. flossen sehr schnell von Osten nach Westen. Diese begruben einen dichten und reichen Wald unter sich, der den westlichen Teil der Insel bedeckte. Die Stämme sind in autochthoner Position (in Wuchsposition, nicht umgelagert) mineralisiert, das zeigt sich insbesondere im häufigen Vorkommen von Wurzelstubben, die in Paläoböden verankert sind. Der größte, bis jetzt ausgegrabene Kieselholzstamm, der sich in Wuchsposition befindet, besitzt eine Höhe von 7,02 m und einen Umfang von 8,59 m.

Beispiele für Kieselholzstämme, die in aufrechter Wuchsposition teilweise aus den Tuffen gegraben wurden (Taxodioxylon gypsaceum als Symbole des Nationalparks)

Daneben befinden sich im Nationalpark, wie an mehreren Stellen der Insel auch, umgeknickte Stämme und liegende Stammfragmente, die bis 15 m Länge erreichen. An einigen Stämmen erinnert die holzkohleartige Oberfläche an die Hitze der vulkanischen Aschen, die die Stämme einst bedeckten.

Liegender, ausgegrabener Kieselholzstamm mit holzkohleartiger Oberfläche

Oligozäne/miozäne Hölzer in perfekter Erhaltungen

Bei den gefundenen Arten handelt es sich frühe Formen heutiger Laub- und Nadelbäume (Pinien, Sequoien, Zedern, Eichen, Palmen). Anhand der Pflanzenvergesellschaftung kann auf ein oligozänes bis mittelmiozänes Alter geschlossen werden.

System Serie Stufe Alter  
Pleistozän 0,01 - 1,8  
Neogen Pliozän Gelasium 1,8 - 2,6  
Piacenzium 2,6 - 3,6  
Zancleum 3,6 - 5,3  
Miozän Messinium 5,3 - 7,2  
Tortonium 7,2 - 11,6  
Serravallium 11,6 - 13,6  
Langhium 13,6 - 16,0 versteinerter Wald
Burdigal 16,0 - 20,4
Aquitan 20,4 - 23,0
Paläogen Oligozän Chatt 23,0 - 28,4
Rupel 28,4 - 33,9
Eozän Priabon 33,9 - 37,2  
Barton 37,2 - 40,4  
Lutet 40,4 - 48,6  
Ypres 48,6 - 55,8  
Paläozän Thanet 55,8 - 58,7  
Seeland 58,7 - 61,7  
Dan 61,7 - 65,5  
Kreide Oberkreide Maastricht 65,5 - 70,6  

Die Erhaltung der Kieselhölzer ist meist hervorragend, so dass selbst morphologische Details ausgezeichnet erkennbar sind. Bei den Farben dominieren helle Gelb-, Braun- und Rottöne.

Details von exzellent erhaltenen Stammoberflächen

Seit 1977 werden systematisch wissenschaftliche Ausgrabungen im Nationalpark durchgeführt, die eine große Anzahl mineralisierter Stämme, Wurzeln, Zweige, erhaltener Blätter und Früchte zutage brachten. Viele größere Kieselholzstämme sind teilweise oder ganz ausgegraben im petrified forest Nationalpark bei Sigri und im Museum in Sigri zu bewundern.

Fragmente größerer Kieselholzstämme im Nationalpark

Stück aus meiner Sammlung: Palmoxylon sp. von Sigri, Durchmesser 13 cm; rechts mikroskopisches Bild, großvolumige Leitbündel in grosszelligem Grundparenchym

Aufsammeln und Ausfuhr verboten

Das Aufsammeln von Fossilien ist auf der gesamten Insel ebenso wie deren Ausfuhr verboten.

 

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