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Versteinerte Pflanzen

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Rumänien, Provinz Hunedoara, Region Brad, Criş-Tal

Im südlichen Apuseni-Gebirge, im Tal des Flusses Criş, in der Region Brad, befinden sich mehrere, kleinere Fundstellen von Limnoquarziten, die u.a. umfangreiche Makrofloren enthalten.

Neogene Seen mit siliziumreichen Sintern

Im Zusammenhang mit dem neogenen Vulkanismus in der Region standen siliziumreiche Hydrothermen. Epithermale, Si-reiche Lösungen führten in kleinen, limnischen Becken innerhalb der Brad-Hălmagiu-Depression zur Bildung siliziumreicher Sinter ("Geysierite"), wie die Reste fossiler Floren und Faunen belegen. Nach Crandell (2014) sind die so gebildeten, linsenartigen Silizite innerhalb der neogenen, andesitischen Pyroklastite 10 m bis 30 m mächtig und dehnen sich über maximal 0,01 km² Fläche aus. Das genaue Alter der Vulkanoklastite mit eingeschalteten Siliziten ist mit mittlerem Miozän (Sarmatium der zentralen Paratethys) anzugeben. Silizite des bekanntesten Teilbeckens sind nordöstlich von Brad am Măgura Hill, nahe des Sanatoriums aufgeschlossen. Weitere Vorkommen befinden sich bei Hălmagiu, Brotuna, Basarabasa, Barza und Bucureşci. Umfangreiche, mineralogische Untersuchungen durch Ghergari & Ionescu (1999) ergaben, dass die Cherts aus mikrokristallinem/mikrofaserigem Quarz und Christobalit-Tridymit-Opal bestehen. Fe- und Mn-Oxyde/Hydroxide sind die Ursache für die vorherrschenden gelblichen, rötlichen, bräunlichen Farbtöne der Silizite. Daneben kommen auch graue Farben und schwarz vor.

Fossile Makrofloren

Die Cherts enthalten Gymnospermenhölzer, Reste dicotyler Hölzer und Monokotylenreste (Achsen und Beblätterung von Sumpfgräsern) zumeist in hervorragender Gewebeerhaltung und häufig Molluskenschalen. Feinste Wurzeln mit Durchmesser < 1mm und selbst beblätterte Sproßspitzen sind hervorragend erhalten. Als Paleoenvironment lässt sich damit der Uferbereich eines Sees innerhalb einer vulkanisch geprägten Landschaft rekonstruieren.

Trichterförmige Grabungsspuren im Fundareal Geborgene Silizite mit enthaltenen Pflanzenresten

Die Oberfläche im Fundareal ist mit zahlreichen, trichterförmigen Vertiefungen (Grabungsspuren) überzogen. Chertbrocken, die von millimeterdünnen Achsen/Wurzeln und bis zu mehrere Zentimeter Durchmesser erreichenden Querschnitten fossiler Hölzer durchzogen sind, lassen sich relativ einfach bergen. Bemerkenswert sind Silizite, in denen Beblätterung und Achsen dickfleischiger Süßgräser (Poaceae) enthalten sind. Auch isolierte Achsen fossiler Hölzer, die nicht in Cherts eingeschlossen sind, kommen vor.

Chertbrocken mit verzweigender Achse auf der Bruchfläche Gymnospermenachse im Chert und Detail der Achse

Gymnospermenachse im Chert und Detail der Achse

Chert mit Gymnospermenachse und Sproßspitzen (Pfeile)

Chertbrocken mit Achsen von Gymnospermen und dikotylen Hölzern, sowie Wurzeln

Chertbrocken mit Beblätterung und Sproßache (Pfeil) von Süßgräsern, Details der Beblätterung

Chert mit zahlreichen Sproßachsen von Süßgräsern und 2 Achsen im Detail Details der Monokotylenachsen aus dem Bild zuvor Gymnospermenholz im Querschnitt

Literatur

Constantina, C. & Pop, D. (2003), Brief overview on the SiO2 varieties of gem-quality from Southern Apuseni Mountains (Romania). Acta Mineralogica-Petrographica, Abstract Series, Szeged, 1: 21.

Crandell, O. N. (2014), Knappable materials in the Criş Valley, Romania. Journal of Lithic Studies, 1, nr. 2: 47-62

Ghergari, L. & Ionescu, C. (1999), Genetic considerations on jasper in the Brad area (Apuseni Mts., Romania). Romanian Journal of Mineralogy, Supplement 1, 79: 32

 

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