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Versteinerte Pflanzen

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Russland, Oblast Leningrad, oberdevonische Floren am Fluss Syass

Neben gut dokumentierten devonischen Floren des Donbass am Südrand der Russischen Plattform befinden sich an deren nördlichem Rand gleichaltrige, weniger bekannte Vorkommen. Snigirevskaya & Snigirevsky (2001) beschreiben u.a. Callixylon-Arten von folgenden Fundstellen am nördlichen Rand der russischen Plattform:

  • Fluss Syass im Oblast Leningrad,
  • Lovozero-Tundra auf der Kola-Halbinsel bei Murmansk,
  • Andoma-Hügel im Vytegra-Distrikt am Ufer des Onega-Sees,
  • Zimni-Küste am Weißen Meer in der Archangelsk-Region,
  • Nord-Timan im Nenetz National Distrikt in der Archangelsk-Region.

Das erstgenannte Vorkommen wird nachfolgend näher beschrieben. Im Oblast Leningrad (Ленинградская Область), am Südrand des Ladogasees sind an Steilhängen am Ufer des Flusses Syass (Река Сясь) oberdevonische, nichtmarine Klastika aufgeschlossen, denen flachmarine Mergel zwischengeschaltet sind. Hellgraue, kreuzgeschichtete Fein- bis Mittelsandsteine enthalten silifizierte Pflanzenreste in Form von Stammsegmenten von max. 1,5 m Länge und 0,5 m Durchmesser sowie kleinere, zum Teil verzweigende Achsen.

Am Südufer des Flusses Syass stehen oberdevonische Sandsteine an, die Makrofloren enthalten Frisch frei gelegtes Kieselholzsegment von etwa 0,8 m Länge

Oberdevonische Kieselhölzer

Anhand der vorkommenden Brachiopodenfaunen

  • Ripidiorhynchus aldoga (Nalivkin, 1941),
  • Ladogia meyendorfii (Verneuil, 1845)

und Resten von Panzerfischen (Placodermi/Placodermata)

  • Bothriolepsis cellulosa (Pander, 1846),
  • Bothriolepsis panderi (Lahusen, 1880)

lassen sich die Pflanzenreste in das Frasnium (unteres Oberdevon) stellen.

System Serie Stufe Alter  
Karbon Unterkarbon Tournaisium 359-345  
Devon Oberdevon Famennium 374-359  
Frasnium 385-374 Floren vom Syass
Mitteldevon Givetium 392-385  
Eifelium 397-392  
Unterdevon Emsium 407-397  
Pragium 411-407  
Lochkovium 416-411  
Silur Pridolium 419-416  

Die silifizierten Hölzer sind hellgrau bis hellbraun. Die Erhaltung holzanatomischer Details ist zumeist schlecht, insbesondere Achsen mit größeren Durchmessern zeigen im Inneren Rekristallisationen mit kleinsten Quarzdrusen. An Achsen mit kleineren Durchmessern ist das Gewebe zumeist etwas besser erhalten. Die Erhaltung erschwert die taxonomische Einstufung der fossilen Hölzer. Vom Fundort sind in der Vergangenheit jedoch mehrere Callixylon-Arten beschrieben worden (Snigirevskaya & Snigirevsky, 2001).

Geborgene Kieselholzachse von 87 cm Länge

An Querbrüchen der Kieselholzachse sind die starken Rekristallisierungen erkennbar

Detail der Achsenoberfläche Detail der Verzweigung der Kieselholzachse

Keine In-Situ-Bedingungen

Hinweise auf In-Situ-Bedingungen, wie Paläoböden, ansitzende Wurzeln. o.ä. finden sich nicht. Die silifizierten Pflanzenreste befinden sich also nicht in Originalposition innerhalb der einbettenden Klastika, sie sind von ihrem Wuchsort umgelagert und verfrachtet worden. Befall mit holzzerstörenden Organismen (Bohr- oder Fraßgänge) sind nicht zu beobachten.

Literatur

Snigirevskaya, N. S. & Snigirevsky, S. M. (2001): New locality of Callixylon (Archaeopteridaceae) in the Late Devonian of Andoma Mountain (Vologda Region, north-west Russia) and its importance for the reconstruction of archaeopterids distribution. Acta Palaeobot. 41 (2). 97-105.

 

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