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USA, Bundesstaat Wyoming, nordwestlich Kemmerer
Der unterkretazische Aspen Shale

Aus dem äußerste Südwesten des Bundessstaates Wyoming, aus der Umgebung des Städtchens Kemmerer, ist die reiche Fischfauna des Eden-Valley aus der mitteleozänen Green-River-Formation (Alter: Lutetium) weltbekannt. Auch der bekannte "Blue Forest" mit seinen silifizierten Florenresten ist an die mitteleozäne Green-River-Formation gebunden.

Wenig bekannt ist jedoch, dass nur wenige Meilen nordwestlich von Kemmerer Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts Funde silifizierter Tempskya-Scheinstämme aus der unterkretazischen Wayan-Formation, speziell aus dem unteren Aspen Shale gemacht wurden. ASH & READ (1976) geben das Alter des Aspen Shale mit Albium (obere Unterkreide) an.

System Serie Stufe Alter  
Paläogen Paläozän Danium 61,7 - 65,5  
Kreide Oberkreide Maastrichtium 65,5 - 70,6  
Campanium 70,6 - 83,5
Santonium 83,5 - 85,8  
Coniacium 85,8 - 89,3  
Turonium 89,3 - 93,5  
Cenomanium 93,5 - 99,6  
Unterkreide Albium 99,6 - 112 Wayan-Formation, Aspen Shale
Aptium 112 - 125  
Barrêmium 125 - 130  
Hauterivium 130 - 136  
Valanginium 136 - 140  
Berriasium 140 - 145  
Jura Oberjura Tithonium 145 - 151  

Die Tempskya-Scheinstämme erreichen bis mehrere Meter Länge und bis 40 cm Durchmesser. Die Farben sind dunkle Grautöne bis fast Schwarz, einzelne Bereiche erscheinen fleckenartig hell gebleicht. Typisch für die Funde ist feinkörnig eingesprengter Pyrit in den Tempskya-Scheinstämmen.

Querschnitt eines Tempskya-Scheinstammes aus dem Aspen Shale, Wyoming

Aufgrund ihrer hervorragenden Geweberhaltung zeigen die Fundstücke aus dem Aspen Shale den internen Bau der Tempskya-Scheinstämme beispielhaft. Mehrere Farnstelen mit abgehenden Blatt-/Wedelstielen (Gesamtdurchmesser enorme 16-18 mm) sind von einem dichten (Luft-)Wurzelmantel umgeben und bilden so den gesamten Scheinstamm. Die einzelnen Wurzeln erreichen 1,2 mm bis 1,4 mm Durchmesser.

Einzelne Farnstele (Farnstämmchen) mit mehreren C-förmigen Blatt-/ Wedelstielen im Querschnitt Einzelne Wurzel im Querschnitt; diese zeigt den inneren Bau sehr gut Blatt-/Wedelstiel im Querschnitt

SCHNEIDER & KENRICK (2001) beschreiben erstmals kletternde Epiphyten der Lindsaeaceae (echte Farne), die sie im dichten Luftwurzelmantel eines Tempskya-Scheinstammes aus dem Aspen Shale nachgewiesen haben.

Literatur

ASH, S.R., READ, C.B. (1976): North American Species of Tempskya and their stratigraphic significance. Geological Survey Professional Paper 874: 1-42.

SCHNEIDER, H. & KENRICK, P. (2001): An Early Cretaceous root-climbing epiphyte (Lindsaeaceae) and its significance for calibrating the diversification of polypodiaceous ferns. Review of Palaeobotany and Palynology 115: 33-41.

 

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