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Südafrika, Eastern Cape (Pondoland)

Ca. 3 m hohes Kliff mit grobklastischen, marinen Sedimenten
An der Küste des Indischen Ozeans, im äußersten Nordosten der Provinz Eastern Cape bis in den südwestlichen Zipfel der Provinz Kwazulu-Natal befindet sich eine Fundregion sehr schöner Kieselhölzer. In der älteren Literatur wird als Vorkommen der Küstenstreifen zwischen den Mündungen des Mzamba-Rivers (auch Umzamba-River) und des Mtamvuna-Rivers (auch Umtamvuna-River) beschrieben. Bei einer eigenen Exkursion in die Region im März 2008 wurden Kieselhölzer jedoch noch mindestens 15 km in nordöstliche Richtung, bis zum Trafalgar-Pool nachgewiesen.

Ca. 80 m breite Schorre bei Niedrigwasser; etwa 6 m lange Kieselholzstämme
Kieselhölzer kommen in marinen Sedimenten kurz ober- und unterhalb der Wasserlinie vor. Die Aufschlussverhältnisse sind je nach Witterung, Windrichtung, Wasserstand und Strömungsverhältnissen stark wechselnd, da durch diese Faktoren die Sandverfrachtung und damit die Überdeckung der aufgeschlossenen, fossilführenden Schichten entscheidend beeinflusst wird.

Die fossilführenden oberkretazischen Umzamba-beds sind am besten an der Küste südwestlich des Wild Coast Sun bei Port Edward und am Trafalgar-Pool im Trafalgar Marine Reserve aufgeschlossen.

DuToit (1954) gab das genaue Alter der Umzamba-beds mit Ober-Senon (Campan/Maastricht) an.

System Serie Stufe Alter  
Paläogen Paläozän Dan 61,7 - 65,5  
Kreide Oberkreide Maastricht 65,5 - 70,6 Versteinerter Wald
(Umzamba-beds)
Campan 70,6 - 83,5
Santon 83,5 - 85,8  
Coniac 85,8 - 89,3  
Turon 89,3 - 93,5  
Cenoman 93,5 - 99,6  
Unterkreide Alb 99,6 - 112  
Apt 112 - 125  
Barrême 125 - 130  
Hauterive 130 - 136  
Valangin 136 - 140  
Berrias 140 - 145  
Jura Oberjura Tithon 145 - 151  

Von Mädel (1960) und Mädel (1962) wurden insgesamt 148 Kieselholz-Proben bearbeitet. Die Verteilung stellt sich wie folgt dar:

Gymnospermen51 %
Angiospermen49 %
davonMonimiaceae40 %
 Euphorbiaceae2 %
 nicht bestimmbar7 %

Kieselholzstämme in situ; Längen von 1 - 7 m
Kieselhölzer finden sich in Form wenige Zentimeter langer Bruchstücke und bis zu 20 m langer Stämme immer in horizontaler Lage in einer Serie aus grobklastischen (bis zu kopfgroße, allseitig gerundete Gerölle) Sedimenten, die außerdem eine umfangreiche marine Fauna enthalten.

Kieselholz; Bohr- oder Fraßgänge
Größere Kieselhölzer/Stämme sind häufig in ungefährer N-S-Richtung ausgerichtet, aber nicht stets, wie in der Literatur beschrieben. Dunkle Farben (braun, dunkelgrau, dunkelblau) dominieren bei den Kieselhölzern. Kleinere Stücke sind sehr oft hellbräunlich gebleicht. Häufiger wurden Bohr- oder Fraßgänge beobachtet, die mit hellerem Calcedon ausgefüllt sind, was einen sehr schönen Kontrast zum dunklen Holz darstellt.

Kieselholz; röhrenförmige Fraßgänge
Die Hölzer wurden vermutlich über Fluss-Ästuare in den marinen Sedimentationsraum transportiert. Die Schichten zeigen auch die für Deltaschüttungen typischen Kreuz-Schräg-Schichtungen.

Als Besonderheit konnten beim Besuch im März 2008 Vertebratenreste (rötlich achatisiert) gefunden werden. Daneben finden sich häufig Molluskenreste und seltender Ammoniten.

Marine Fauna

Wirbeltierreste

Wirbeltierreste

Literatur

DuToit, A. L.: The geology of South Africa. - 3. Aufl., herausgegeben von S. H. Haughton, 611 S., 41 Taf., 73 Abb.; Edinburgh-London 1954.

Mädel, E. (1960): Monimiaceen-Hölzer aus den oberkretazischen Umzamba-Schichten von Ost-Pondoland (S-Afrika). - Senck. leth., 41: 331-391; Frankfurt a. M.

Mädel, E. (1962): Die fossilen Euphorbiaceen-Hölzer mit besonderer Berücksichtigung neuer Funde aus der Oberkreide Südafrikas. - Senck. leth., 43: 283-321; Frankfurt a. M.

 

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